Übersehen!?

23. Mai 2012 / Eingestellt von thw um 14:23 / 0 Kommentare

Die Ausstellung der 7. Biennale ist eine Enttäuschung und mir fällt dazu nur noch Goethe ein:

'Die Botschaft hör' ich  wohl, allein mir fehlt der Glaube.'

Den 'Glauben' gibt einem das Buch zur Ausstellung zurück. Zur Pressekonferenz wollte ich mich nicht dem Buch belasten. Letzte Woche habe ich dann zugegriffen und gestern den halben Tag mit der Lektüre verbracht. Und die lohnt sich, doppelt und dreifach. Und zum Vergleichj habe ich dann auch noch den Katalog zur 6.Biennale Berlin zu 'Rate gezogen'.

Mehr aus dem Katalog folgt...

Tatsächlich widerspiegeln die einzelnen Gespräche 'the state of the art'....

P.S.: Lieber Carlo, guck du auch mal rein, dann musst Du dich nicht mehr aufregen wie hier:
"Ach, diese siebte Berlin Biennale. Das soll einer verstehen. Da gib't allein 2,5 Millionen Zuschuss aus Mittlen der Bundskulturstiftung - und dann winaseln die politischen Aktivisten, die sich im großen Ausstellungssaal  der KUNST-WERKE auf Einladung von Kurator Artur Zmijewski eingenistet haben, dass sie einen Drucker, ein paar Stifte  und ne Wäscheleine brauchen. Ist das nicht alles erbärmlich, schrecklich, zum Davonlaufen."

Informationsdienst Kunst Nr. 503 /Seite 2

GESTERN

22. Mai 2012 / Eingestellt von thw um 13:51 / 0 Kommentare





Rede zur Eröffnung der Ausstellung
Agnes Lörincz
Wir /Transfer
Galerie Schwartzsche  Villa  Dienstag 22.Mai 2012

Sehr geehrte Damen und Herren,
Der Glanz von Hollywood ist längst verblaßt und dennoch ist er uns allen noch bewußt, die Traummaschine der Welt. Und obwohl wir wissen, daß wir es mit einer Traummaschine zu tun haben, wollen wir nicht darauf verzichten. Wahrscheinlich ist es gerade die Tatsache, daß es sich bei Hollywood um einen Traum handelt, der keinen Wahrheitsgehalt aufweist. Es ist ein kleines Detail auf dem Gemälde 'Der Flug' , der mich an Hollywood erinnert. Der Privatjet  am oberen Bildrand, der mich unwillkürlich an James Bond erinnert.
Aber ist ein Traum, den wir in der Nacht erlebt haben, nicht real. Welche Bilder sind real und welche sind falsch? Es gibt Anzeichen dafür, daß diese Frage nur im konkreten Kontext beantwortet werden kann. Und dieser konkrete Kontext steht uns hier an diesem Ort, zu dieser Zeit zur Verfügung in dieser Ausstellung mit diesen Werken Agnes Lörincz.
Der Titel der Ausstellung führt uns in diesen räumlichen und zeitlichen Kontext ein: Er lautet Wir  Strich  Transfer.
Was steckt hinter diesem kryptischen Titel? Zum einen die Leugnung einer Künstlerfigur, denn wer sollte mit 'Wir' bezeichnet, sicherlich nicht ein pluralis majestatis der Künstlerin . Nein, es sind wir hier und unter uns die Künstlerin. Warum aber wird hier von 'Wir' gesprochen. Das hängt zutiefst mit den jeweiligen Bildinhalten zusammen.
Schauen Sie genau hin und noch einmal. Und es wird Ihnen vorkommen, als seien sie diesen Bildinhalten schon mal begegnet. Das ist das überraschende Moment in den Werken von Agnes Lörincz: Wir kennen diese Bildelemente, aber nicht in dieser konkreten Zusammenstellung, als ob man hinter die Oberfläche gucken könnte.
Aber um hinter die Oberfläche zu kommen, bedarf es besonderer Anstrengungen. Das  ist bei einem oberflächlichem Blick eine Art Widerspruch. Zum einen steht dem Betrachter nur erst das Bild als gesamte Erscheinung vor ihm. Die Unterscheidung zwischen Vordergrund und Hintergrund kennen wir aus der Alltäglichkeit. Dabei greifen wir auf Erfahrungswerte zurück. Intuitiv erfassen wir jene Objekte, die im Vordergrund stehen, um von ihnen aus in die Tiefe des Raumes zu gelangen. Diese Tiefe des Raumes war eine Entdeckung der Renaissance, die damit auch eine neue Erfahrung bereit stellte. Erst der Kubismus hat uns gelehrt, daß der Raum auch andere Tiefen und Untiefen kennt.
Die Werke von Agnes Lörincz greifen mittelbar auf diese Erkenntnisse zurück und finden eine Lösung, die so überraschend wie auch überzeugend ist. Beispielhaft zu erleben in dem schon erwähnten Bild mit dem einfachen, aber irritierenden Titel 'Der Flug'. Das titelgebende Objekt läßt sich auf den ersten Blick gar nicht auf dem Bild identifizieren. Vielleicht liegt das an der Figur am rechten unteren Bildrand, deren Funktion und Haltung vor einer blauen Fläche nicht zu identifizieren ist. Die Beine eines Mannes erhöhen die Irritation. Die aber wird durch unterschiedliche Flächen zur Ruhe gebracht, weil damit der eigentliche Bildraum zur Abbildung kommt. Die Staffelung der einzelnen Elemente im Werk  verweisen einerseits darauf, daß der Bildraum trägt, was in ihm auftaucht. Die eigentlichen Träger sind andererseits die dekorativen, auf sich selbst bezogenen Flächen, die unterschiedliche Dimensionen haben. Dichte und Größe der Flächen sind in das Verhältnis zu den Personen und den Früchten einzurechnen. Man könnte von einem malerischen Klappbild sprechen, weil je nach Blick wird die Oberfläche in den Fokus  gerückt wird oder die bittende Frau oder das Gegenüber,  die Füße des Mannes. Diese Dichotomie zwischen Muster und Gestalt kennzeichnet das Werk von Agnez Lörincz. Dabei ist es wesentlich, daß sowohl Muster als auch die Gestalt  auf reale Körper bezogen sind und nicht im abstrakten Modus verbleiben.
Die Muster haben in besonderer Weise die Funktion, den Bildraum  zu bestimmen. Tatsächlich gliedern sie ihn in zweifacher Weise. Das abstrakte Momentum verstärkt in besonderer Weise die Abbildung. Die Bilder sind so im wahrsten Sinne des Wortes zweideutig. Die Abbildung im Bild erhält durch die Konkurrenz des Musters einen höheren Wahrheitsgehalt. Dieser Wahrheitsgehalt wird konterkariert durch das abgebildete Sujet. Hollywood läßt grüßen und damit eine Mega-Industrie zur Erstellung von Wunschbilder wie dem Privatflugzeug. Tatsächlich steht am Ende die Frage, welche Bildmuster tragen.
Das Werk von Agnes Lörincz ist zweideutig in Bezug auf die Antwort darauf  Frage. Das Wort 'Musterbilder' ist in sich schon zweideutig, weil es sich einerseits auf die regelmäßige Verteilung von grafischen Elementen bezieht und andererseits  als Vorbilder für andere Bilder.  In den Werken von Agnes Lörincz passiert etwas Ungewöhnliches, denn die Gemälde werden selbst eine Art Muster. Dabei nehmen sie eine Art Vorbildfunktion an, weil sie die Wirkung der öffentlichen Bilder nachspielen. Wenn die Künstlerin in einem ihrer jüngeren Arbeiten ganz direkt eine Art Zitat aus einem Film zeigt, dann  wird das Verfahren der Bildproduktion deutlich. Denn das eigentliche Objekt der Neugier ist nicht zu sehen und wird durch den Abdruck auf dem Bett deutlich. Plötzlich wird etwas sichtbar, was hinter der Oberfläche liegt, aus dem Hintergrund. In diesem Sinne ist die Malerei von Agnes Lörincz eine Bildproduktion einer Bildproduktion, hinter der gewohnten Oberfläche.

Ich danke Ihnen


ERÖFFNUNG:
Wir/Transfer 

Ausstellung von Ágnes Lörincz

Galerie Schwartzsche Villa
Grunewaldstr.55
12165 Berlin Steglitz

Zur Einführung spricht Thomas Wulffen

Bild: Der Flug, 2012, Öl,Stoff auf Leinwand, 140 x 180 cm


Wir sehen uns!  Parole: Blog!

Must see

17. Mai 2012 / Eingestellt von thw um 21:42 / 0 Kommentare



 Die Ausstellung ist ein must see, denn diese Arbeiten  von Victor Burgin wird man wohl in ihrer Stringenz und Klarheit nicht mehr so erleben. Allein der achtteilige Zyklus aus dem Berlin während der Mauer mit dem prosaischen Titel 'Zoo 78' ist einen Ankauf durch die Stadt wert.
Die Ausstellung ist zu sehen in der Galerie Thomas Schulte.

Eine Lehranstalt...

Eingestellt von thw um 21:21 / 0 Kommentare


Dass Kleidersammlungen sinnvoll sind, ist nicht von der Hand zu weisen. Allenfalls das es von den Kleidercontainern nur so wimmelt in der Stadt. Offensichtlich ist damit gut Geld zu verdienen. Da spielt dann auch das Aussehen keine Rolle  mehr.

Das rote Kreuz sieht das anders und macht aus dem Metallkasten eine Lehranstalt. War dennn schon ein Lehrer oder eine Lehrerin mit der ABC Klasse vor Ort, in der Rudi-Dutksche-Straße

Eine Version in weiß auf Schwarz habe ich auch schon 'besichtigt'. Aber ich ziehe die weiße Version vor.

Falsche Körper

Eingestellt von thw um 21:09 / 0 Kommentare

     Alle Jahre wieder schickt uns H&M in den Sommerurlaub, in den Bahnhöfen dieser Stadt.
     Diesmal aber musste der Betrachter sich miz ziemlich künstlichen Körpern befassen, die man auch
     als ein Ergebnis der body-politics verstehen kann. Oder die letzten Opfer von Photo-Shop.

    Es ist schon erstaunlich, dass diese Körper als Werbung wirken können.


   Da freuen wir uns auf den Winter...

Surprise, surpreis, Preis

Eingestellt von thw um 20:46 / 0 Kommentare

Jeff Koons wird gerade groß gefeaturt durch MONOPOL






Da bleibt es keine Überraschung, dass man dem Werk des Meisters auch hier in Berlin begegnet und sei es es in einer kleinen Ladenpassage an der Frankfurter Allee als Werbung für die Ausstellung in Frankfurt....

Ich gehe also da vorbei und wundere mich über das bunte Abbild und dann fällt mir gleich der Name Koons auf. Die Kamera ist bereit, um die unfreiwillige Werbung festzuhalten.

Jetzt haben die Label ihre 'Wortwörtlichkeit 'erhalten

Kunst trifft Farbe

Eingestellt von thw um 20:31 / 0 Kommentare

oder so ähnlich. Gefunden hier um die Ecke...Kunst von Peek&Cloppenburg. Die kenne ich noch garnicht, diese Künstler. Und wie sind die Vornamen? Und wer ist das Modell, ziemlich androgyn.

Und auf den Augen klebt ein Zettel mit dem Text:Alle Rassisten sind Arschlöcher.Überall


In Erinnerung an den kürzlich verstorbenen David Weiss.